Offline – und nun?

Beim Webmasterfriday geht es diese Woche um Zwangs-Internetpausen. Gefragt wird auch nach Entspannungsstrategien gegen Internet-Entzugserscheinungen.

Die meisten von uns dürften noch in der Lage sein, auch mal ohne Internet auszukommen. Wenn nicht gerade ein wichtiges Fußballspiel läuft, und ich zwischendurch die Ergebnisse erfahren möchte, komme ich auch sehr gut ohne Handy aus, wenn wir das Haus verlassen. Auf Gran Canaria kam das Handy, gerade bei Ausflügen in die Berge, trotzdem immer mit und das, obwohl ich mir sicher war, dass wenn wir es brauchen würden, wir im Notfall eh kein Empfang hätten. Aber es gibt Pausen vom Internet, die sind selbstbestimmt und eben die, auf die man kaum Einfluss hat. Wobei hier in Deutschland kann man ja meist noch hoffen, mit dem Handy online gehen zu können.

Auf Gran Canaria haben wir in einem kleinen Ort gewohnt. In der Neubausiedlung war der Internetempfang dermaßen schlecht, dass ein Ausfall des Festnetz-Internet auch bedeutete, dass man nur mit sehr großen Mühen und sehr, sehr viel Geduld das Handy nutzen konnte. Die Anbindung der Neubausiedlung an das Telefonnetz und damit an das Internet war über ein Kabel realisiert, dass auf etwa 20 Meter oberirdisch verlegt werden musste, da sich wohl die Telefónica mit dem Besitzer des Mini-Waldstreifens zwischen altem Ortskern und eben der Siedlung nicht auf eine unterirdische Verlegung hat einigen können. Telefonkabel bestehen aber wohl aus Kupfer. Kupfer ist teuer. Und inzwischen weiß ich, selbst sichtbarer Strafvollzug in Form eines modernen Gefängnisbaus hat keinerlei abschreckende Wirkung. Das Gefängnis steht kaum 200 Meter von der oberirdischen Kupferleitung entfernt. Es ist nicht nur sichtbar sondern bei guten Windverhältnissen auch hörbar und dennoch gab es ein Jahr, in dem Kupferdiebe fünfMonate hintereinander, immer wenn der Mond hell schien, das Internetkabel geklaut haben. Der Mond war vor allem deswegen notwendig, weil in dieser Siedlung auch etwa fünf Monate die Straßenbeleuchtung ausgefallen war. Die gesamte Siedlung hatte dann nach dem die Diebe das Kabel gekappt hatten natürlich kein Internet und Telefon mehr.

Hier mal ein Bild. Auf diesem ist das Gefängnis noch im Bau.

Wo war was - Kupferkabel und Gefängnis vis a vis
Links der Telefonmast und gerade aus das auch als es fertig war nicht abschreckende Gefängnis 🙂

Beim ersten Mal hat die Telefónica noch vier Tage gebraucht, um das Kupferkabel zu ersetzen. Quälende Tage der Ungewissheit. Absolut nervig. Wann geht es wieder? Wird es überhaupt wieder gehen? Wird das diesen Monat noch geschehen? Beim nächsten Mal waren es nur noch zwei Tage und danach waren alle sehr viel relaxter, nachts geklaut, abends waren wir wieder online. Lustigerweise habe ich beim dritten Mal sogar zugeguck, wie die Diebe das Kabel geklaut haben, da ich da gerade mit unseren Hunden draußen war. Aber das eine ist ein Labrador und das andere war unsere höchst betagte Mischlingsdame, die mit ihren 15 Jahren damals nun nicht mehr wirklich abschreckend wirkte. Da ich kein Handy mithatte und die alte Hundedame auch etwas langsamer gewesen ist, waren die natürlich schon weg, als ich wieder zu Hause war (und Internet und Festnetz) auch).

Nervig beim Internetausfall finde ich vor allem die Frage, wann geht es den wieder. Wüsste man immer, so jetzt kein Internet, aber in X Tagen oder X Stunden ist es wieder da, wäre man wohl relaxter. Ich sitze dann immer etwas ratlos vor meinem PC und überlege mir, was ich offline machen könnte. Aber meist klappt das nicht. Denn selbst wenn ich einen Artikel schreiben wollte, brüchte ich das Internet zur Recherche. Und da man ja nicht weiß, wie lange es noch weg ist, sitzt man ständig vor der Kiste und guckt, ob es doch wieder geht. Also außer bei dem Kupferkabeldiebstahl. Wir haben in dem Jahr in der Straße gewohnt, von der man tagsüber genau dieses Stück Wald gut sehen konnte. Wir haben also mitbekommen, wenn die Telefónica zur Reparatur kam.

Nur Internetausfall ist also höchst nervig. Meist sortiere ich dann Bilder.

Viel schöner und effektiver fand ich auf Gran Canaria, wenn wir kein Internet hatten wegen Stromausfall. Allerdings nur, wenn dieser tagsüber stattfand. Diese Zeit habe ich dann ganz relaxt zum Putzen genutzt. Klar, Staubsauger und Dampfreiniger sind dann nicht zu gebrauchen. Aber das ist genau die richtige Gelegenheit um Türen und Fensterrahmen mal so richtig auf Hochglanz zu bekommen 🙂 Das kam aber höchstens ein Mal im Jahr vor, dass der Strom tagsüber länger weg war.

So, Artikel geschrieben im Rahmen des Webmasterfriday. Hier war der Auslöser für das Thema kein Kupferdieb sondern ein Bagger, der die Internetleitung gekappt hat. Ich schau dann in den nächsten Tagen, wie andere mit Zwangs-Offline-Zeiten umgehen.

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