Webmasterfriday – Was liest du gerade?

Beim Webmasterfriday geht es diese Woche um Offline-Literatur. Was lesen wir, haben wir noch richtige Bücher oder nur noch Ebooks. Obwohl ich wegen einem Umzug spät dran bin, nehme ich mir zwischen Sofa schleppen und Schrauben mal die Zeit und nehme auch noch dran teil. Den Umzug ist genau das richtige Thema 🙂

Wegen vieler Umzüge inklusive grenzüberschreitender Wohnungswechsel lese ich richtige Literatur fast nur noch auf dem Kindle. Den wer viele Bücher hat, hat bei Umzügen nur sehr, sehr wenige Freunde 🙂 Nur noch wenige echte Bücher aus dem Bereich Unterhaltung sind in meinem Besitz, es sind Bücher, die ich teils dutzendfach gelesen habe. Und so habe ich mich von ehemals so um die 2000 Romane, von denen aber nur so um die 50 mehrfach gelesen wurden, auf ca. 20 Bücher herunter gehangelt. Da dazu noch das eine oder andere Fachbuch kommt, sind meine Umzugskisten aber weiterhin nicht sehr beliebt.

Zu den wenigen Romanen, die ich noch habe, gehören von Marion Zimmer Bradley die Nebel von Avalon und die Feuer von Troja (die Darkover Bücher habe ich seit letzten Herbst nun komplett für den Kindle), dann ein Buch aus dem Bereich Beziehungsroman, Beim Nächsten Mann wird alles anders und dann noch Werke von Erich Maria Remarque. Ein Buch, das hier wieder rein muss wäre Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, hier sehe ich aber gerade, dass es das endlich auch als Ebook gibt, zukünftige Umzugshelfer werden mir danken 🙂 Schließlich gibt es noch drei weitere Bände. Außerdem besitze ich noch ein Exemplar vom Winde verweht, aber auch das werde ich demnächst gegen die Ebook Version austauschen.

Ansonsten lese ich viel nur noch auf dem Kindle. Wie schon erwähnt liegt das natürlich an den Umzügen, aber es gibt noch einen weiteren äußerst profanen Grund, meine Arme werden immer kürzer und mit jedem Jahr wird es schwieriger das schwarze (sollen Gerüchte nach die Buchstaben sein) vom weißen zu unterscheiden und entspannt zu lesen. Dafür brauche ich bei normalen Büchern inzwischen so gutes Licht, dass verständlicherweise mein Freund das nicht so toll findet, wenn er bei einem guten Film im gleichen Raum entspannen möchte. Und da ich mich mit nicht mit einer Gleitsichtbrille anfreunden kann, ist eben Ebook eine super Zwischenlösung. Solange ich bei der PC Arbeit eben keine Probleme habe. Mindesthaltbarkeitsdaten auf Nahrungsmitteln entziffern zu können ist weit überschätzt und bei den Inhalten hilft notfalls das Handy 🙂

Man liest ja oft, ein Buch muss echt sein, um richtiges Vergnügen zu bereiten. Man muss blättern können etc. Bei Romanen fehlt mir dieses Blättern können nur selten, was ich gar nicht auf einem Reader lesen kann ist aber Fachliteratur, da fehlt mir das Hin- und Herblättern können, das Finger irgendwo hinein legen und mit zwei Augen zwei Stellen gleichzeitig überfliegen können einfach zu sehr.

Dennoch sollten echte Bücher aber nicht aussterben, daher hoffe ich sehr auf die, die weiterhin lieber echte Bücher lesen. Denn so Ebooks bergen natürlich auch Gefahren. Ich denke, das mag subjektiv sein, dass sich ein E-Buch, gerade wenn es eben auch Geld kostet und daher Verleger und auch der Schreiber selbst, darüber wachen, dass es sich nicht unkontrolliert vermehrt, eher verschwinden kann, als etwas echtes Gedrucktes. Auch mag jetzt der Verfolgungswahn aus mir sprechen, der Verkehr in Byte und Bite lässt sich eben auch irgendwie überwachen. Vielleicht jetzt noch nicht flächendeckend, aber die Prozesse gegen Google haben eben auch gezeigt, dass es mit dem Recht auf Vergessen und Unauffindbarkeit, beginnend eben bei dem Persönlichkeitsrecht von Menschen, vielleicht irgendwann schwierig sein kann, Literatur zu finden, die nicht mehr zum Zeitgeist passt. Und wenn ich mich richtig erinnere gab es ja bei Amazon mal einen kleinen Kindle-Skandal als ein Buch bei den Kunden vom Reader einfach wieder verschwunden ist.

Aber auch Umschreiben ist so etwas. Nehmen wir mal den Räuber Hotzenplotz, der sollte ja umgeschrieben werden, um ihn zeitgemäß zu machen und unliebsame Formulierungen zu tilgen. Hätte ich den Räuber Hotzenplotz noch als echtes Buch im Regal wäre das noch einige Jahre gut lesbar. Leidet das Papier, könnte ich es selbst kopieren oder das Papier behandeln, um die Säure zu entfernen. Online gibt es aber sicherlich schon nur noch die bereinigte Version. Damit geht in meinen Augen, auch wenn ich verstehen kann, was an bestimmten Worten kritisiert wurde und auch der Meinung bin, das neuere Literatur so nicht mehr geschrieben werden sollte, doch auch Zeitgeschichte verloren. Bits und Bytes zu kontrollieren, vielleicht nicht an dem Punkt was vorhanden ist, aber an dem Punkt was gefunden werden kann, könnte leichter sein, als meinen physischen Bücherschrank zu überwachen.

Zurück zur Frage, was ich gerade offline lese. Da ich wegen Umzug gerade kein richtiges Buch zur Verfügung habe (ok, ich hatte gerade den ersten Teil von Outlander am Wickel, aber das ist bald durch), und ich eben bei der Recherche zu diesem Artikel über das rosa Kaninchen gestolpert bin, lese ich das ab heute. Mal wieder. Ich glaub zum 15. Mal.

Achja, es gibt ja auch Literaturliebhaber, die auf Hörbücher stehen. Für mich das größte Unding aller Zeiten (aber das ist eben meine Meinung). Denn: Wer vorliest, bestimmt die Geschichte mannigfaltig. Hier eine Betonung, da wieder ein gelangweilter Tonfall, das kann viel bewirken. Fast so schlimm wie verfilmte Bücher.

Meine größte Enttäuschung an diesem Punkt: Der Adler der neunten Legion. Grmpf. Der Film die Nebel von Avalon ist hingegen so anders, das es mich nicht genervt hat. Der Herr der Ringe werde ich niemals gucken, will mir das Buch nicht versauen lassen. Und bei Vom Winde verweht kannte ich erst den Film, dann das Buch.

So, genug Umzugserholung. Zu dem Thema Lesen haben sich jetzt beim Webmasterfriday nicht so viele zu Wort gemeldet, ich werde am Donnerstagabend mal drüber schauen und auf die einzelnen Beiträge verlinken.

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